Stuttgart
Studienauftrag Stadtquartier Nordbahnhof- / Friedhofstrasse
Die Suche nach einem urbanen, mischgenutzten und hochwertigen Stadtquartier ist für den Ort nicht nur gerechtfertigt sondern zwingend.



Die Grundstücksbebauung versteht sich als ergänzender Baustein innerhalb des Masterplans. Der vorgeschlagene Masterplan setzt dabei außenräumliche und städtebauliche Akzente und bezieht sich in seiner Logik auf den Bestand. So werden die südlich gelegene Hochhausbebauung und die nördlichen Gebiete Teil des Ganzen und prägen mit ihren außenräumlichen Strukturen das einprägsame Bild. Aus dem Bestand heraus folgt die Grammatik des vorliegenden Entwurfs und bestimmt dessen stadtbauliche Setzung.

Das Konzept nimmt die im Nordbahnhofviertel bestehenden Stadtstrukturen an der Nordbahnhofstraße auf und generiert durch den Rücksprung des letzten Bausteines an der Ecke zur Friedhofstraße eine angemessen Platzsituation. Diese ist in Zusammenhang mit den gegenüberliegenden Neubauten als großzügiger städtischer Auftakt zum Hauptbahnhof zu lesen und öffnet den Blick über eine Freitreppe auf den inneren Grünzug der Wohnanlage. Ein Platz mit Kopffunktion verschafft dem Schulstandort und den öffentlichen, im Erdgeschoss angesiedelten Bereichen den nötigen Raum. Die Nordbahnhofstrasse bewahrt weiterhin ihren urbanen Charakter.

An diesem Platz entfaltet sich der Hauptzugang zur Pflegeakademie. Sie wird Teil der öffentlichen Bereiche im urbanen Umfeld und fügt sich in einen Baukörper, der zugleich auch Wohnnutzungen aufnimmt. Die Schulfunktion entwickelt sich über zwei Gebäude und findet ihre ganzheitliche Verbindung im Untergeschoss. Dieses wird über Lichthöfe und Oberlichter natürlich belichtet und belüftet.

Dagegen entwickelt der rückwärtige Gartenbereich zum Friedhof typische Siedlungsqualitäten. Die in ihrer Höhe gestaffelten und in der Grundrissdisposition räumlich versetzten Baukörper verzahnen sich räumlich, schaffen Zwischenräume und Ausblicke. Durchgesteckte und von drei Seiten belichtete Wohntypen entstehen mit jeweils eingezogenen Loggien. Die Zugänge jeweils nach Osten um die Gartenbereiche nach Westen und Süden frei zu geben. Klare Adressbildungen und Wegführungen bestimmen zusammen mit privaten und öffentlichen Außenräumen das Bild der Siedlung. Der Wohnungsmix setzt sich innerhalb der gesamten Anlage durch, führt und durchmischt geförderten Wohnungsbau mit Wohneigentumsstandards. Eine Gemeinschaft entsteht, die sich einen gemeinsamen Siedlungsplatz teilt und sich mit der Umgebung vernetzt. Das räumliche Versetzen der Baukörper schafft permeable, durchlässige Raume und nimmt Bezug auf den Masterplan. Der Friedhof im Westen wird damit zum visuellen Bestandteil des Außenraumkonzepts. Die Siedlung wird zum Scharnier zwischen Straßenraum und Grünbereichen der weiteren Siedlungen sowie dem Israelitischen Friedhof. Die geforderten öffentlichen Wegeverbindungen werden eingehalten. Eine neue Straße erschließt das Gebiet und verbindet die Nordbahnhofstraße mit der Friedhofstraße. Von hier aus werden die Tiefgaragen befahren, sowie die Entsorgungsfragen gelöst. Für Feuerwehrzufahrten ist gesorgt. Fahrräder und weitere Staumöglichkeiten für Kleinfahrzeuge finden sich in den Erdgeschossen der Häuser.

Das Nachbarschaftshaus kommt an den Siedlungsplatz zu liegen und bestätigt sich als öffentlicher präsenter Ort der Anlage. Die Kindertagesstätte rückt nach Süden gegenüber der Betreuungseinrichtung für alleinstehende Männer. Genügend Außenflächen nach Süden schaffen ein kindergerechte Atmosphäre und geben den Kindern genügend Raum. Die Betreuungseinrichtung für alleinstehende Männer bildet den Abschluss nach Westen zum Friedhof hin am geforderten Ort. Dieser Bau nimmt die Flucht der Friedhofstraße auf und bezieht sich auf die gegenüberliegenden Bauten. Die hofförmige Anlage schafft private Außenräume für die Bewohner. Die Orientierung der Zimmer schafft Abstand zur Siedlung und leistet die geforderte Privatsphäre im Innern des Gebäudes. Die Plätze können jederzeit Differenzierungen beim Platz- und Leistungsangebot sowie dem Ausbaustandard wahrnehmen. Der Bau ist innerhalb der Regeln des Bebauungsplans realisierbar und die Anlieferung erfolgt separat zum Hauptzugang.

Die Gebäude erhalten robuste Sockelausbildungen in Kunststein. Eine farbliche Differenzierung zwischen Bauten an der Straße und denjenigen im Hof ist angedacht. Ansonsten werden Außenputzflächen das Bild der Bauten prägen. Ihre Struktur wird differenziert ausgeführt. Straßenseitig feiner und farblich unterschiedlich zum Hofbereich. Hier gröber im Sinn einer Gartensiedlung.

Client:
Siedlungswerk Stuttgart
Year:
2013
Status:
competition
Categories:
residential, urban design