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Swiss Re Hauptsitz Neubau Verwaltungsgebäude
Fünf Architekten wurden eingeladen, innerhalb von drei Wochen ein architektonisches Konzept für ein Verwaltungsgebäude mit 700 Arbeitsplätzen samt dazugehöriger Infrastrukturen zu entwerfen. Ein hügelig zerklüftetes, bewaldetes Gelände von rund 500'000 m2 wurde für die Planung zur Verfügung gestellt.



Davon sollten 200'000 m2 bei der ersten Bauphase für die 700 Arbeitsplätze genutzt werden. Auf den restlichen 300'000 m' war generelle Büronutzung auszuweisen.

Der Besuch auf dem Gelände zeigte mir einerseits die natürlichen Gegebenheiten, andererseits die Art und Weise wie vor 50 Jahren ein Architekt ein Sommerhaus in das Gelände eingefügt hatte. Es wurde mir klar, dass die Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes dort stehen musste, wo der Architekt seinerzeit den Wohnraum und die Gartenterrasse plaziert hatte. Es ist dies der Punkt, von wo man man die Aussicht in die wunderbare Landschaft genießen kann.

Der Gedanke, dass eine großzügig entworfene Eingangshalle an dieser Stelle entstehen sollte, ist ein wesentlicher Teil des architektonischen Konzeptes geblieben. Die Halle wird zum öffentlichen Platz, von dem aus die Straßen zu den verschiedenen Quartieren führen. Wie in einer kleinen Stadt liegen am öffentlichen Platz auch die öffentlichen Gebäude. in unserem Gebäude sind es die Essräume, die Besprechungsräume und das Konferenzzentrum.

Die Eingangshalle öffnet sich in einen langen, von Osten nach Westen verlaufenden Gebäudetrakt Diesem werden „Finger“ gegen Süden und Norden vorgebaut. Die dreistöckigen Baukörper liegen direkt auf dem Gelände oder stehen auf Stützen, welche die Geländebewegungen überbrücken. Wir wählten eine Betonskelettstruktur und eine Raumhöhe von 3.66 m im Licht. Jeder Arbeitsplatz partizipiert an der Aussicht in die nahe oder weite Umgebung.

Die Qualität der Arbeitsplätze, die Plazierung der Eingangshalle und die Art, wie wir das Gebäude in die Topographie des Geländes einfügten, brachten dem Entwurf den ersten Preis.

Ein definitives Raumprogramm wurde dann die Grundlage für die Überarbeitung des Wettbewerbprojektes. Abklärungen unsererseits mit den lokalen Baubehörden zeigten zudem, dass die Höhenbeschränkung von drei Geschossen über dem veränderten Gelände es zulässt, nach unten die Hanglage zu nutzen und zwei oder mehr natürlich belichtete Untergeschosse zu bauen. Durch die Einbeziehung dieser baugesetzlich gestatteten Möglichkeit konnten wir das ganze Projekt verdichten. Auf die gegen Norden gerichteten «Finger» konnte somit verzichtet werden.

Ausgeführt wird zur Zeit die erste Etappe für 700 Arbeitsplätze. Die Erweiterung um den westlichen „Finger“ ist vorbereitet. Das Gebäude trifft auf das natürliche Gelände nicht mehr mit Stützen, wie im Wettbewerbsprojekt vorgesehen, sondern mit einem Natursteinsockel. Dieser Natursteinsockel soll an die Natursteinmauern anknüpfen, die man im Wald antrifft. Diese Mauern bezeugen, dass noch vor 100 Jahren die heutige Waldfläche landwirtschaftlich genutzt wurde. Der Natursteinsockel evoziert die Geschichte des Ortes.

Die Horizontalität des Gebäudes wird durch die grünen Kupferbänder der Fassaden und der Dachflächen unterstrichen. Kein Wolkenkratzer, sondern ein „Landkratzer“ ist im Entstehen begriffen. Die Bewegtheit des Geländes wird am Gebäude ablesbar.

Client:
Swiss Re (USA)
Year:
1995 - 1998
Status:
accomplished
Categories:
office