Berlin
Staatsbibliothek Potsdamer Strasse
Unsere Haltung bestimmt die Leitidee zu den vorgeschlagenen baulichen und gestalterischen Eingriffen. Zudem verstehen wir die Neue Staatsbibliothek als Scharouns realisierte Vision der offenen Stadtlandschaft, die er in ein Konglomerat von Gebäudekörpern packt und über intern angelegte Plätze, Straßen, Gassen und Treppen miteinander verbindet. Eine räumlich gestaffelte Komposition, die er selbst, durch seinen frühzeitigen Tod, nicht vollenden konnte. Kritisch sehen wir daher die nachträglichen Kordeln, Absperrungen, Türen und Beschilderungen, die heute den freien, inneren Bewegungsverlauf behindern. Das erdachte Raumkontinuum stößt an seine räumlichen und betrieblichen Grenzen und die einst so radikale und klare Idee wird immer wieder infrage gestellt.

Die über die Jahrzehnte durch digitale Technologien veränderte Such- und Buchausleihprozesse sowie vielfältige, im Raumprogramm beschriebene Anforderungen haben diese Veränderungen im Gebäude wohl zu Recht verursacht. So bietet die Motivation der Ausloberin nun, Raum, architektonisch und betrieblich Klarheit sowie die gewünschte freie Beweglichkeit wieder zu erleben.

Warum all dies? Weil gerade Stadtmenschen Orte brauchen, um sich frei zu bewegen, um frei zu denken und um frei Entscheide zu treffen – allein oder in der Gruppe. Eine Freiheit, die Kreativität fördert, Ungeplantes und Ungewolltes geschehen lässt, Grenzen überbrückt, zum Erkunden des Hauses und dessen Inhalte animiert und zufällige Begegnungen ermöglicht.
Year:
2019
Status:
competition
Categories:
public building, education, mixed_use