Bezirksanlage Uster
UsterAdaptives Ensemble - Justiz, Öffentlichkeit, Zukunft
Die Instandsetzung und Erweiterung der Bezirksanlage Uster wird als offenes, zukunftsfähiges Ensemble verstanden, das den denkmalgeschützten Altbau respektvoll integriert und zugleich klare städtebauliche Kanten, Adressen und Durchlässigkeiten schafft. Entlang der Leitdimensionen Gesellschaft – Wirtschaft – Umwelt
entsteht ein identitätsstiftender Justizstandort mit hoher öffentlicher Präsenz und langfristiger Wandelbarkeit.
Städtebauliche Idee - Vernetzung durch Offenheit
Die Neubauten orientieren sich in Volumetrie und Setzung am Gestaltungsplan und rahmen gemeinsam mit dem Bestand einen öffentlich zugänglichen Hof als inneren Campus. Dieser fungiert als Verteiler, Begegnungsort und klimatisch wirksamer Freiraum.
Der helle Backstein der Neubauten nimmt Bezug auf das historische Gerichtsgebäude und stärkt die Ensemblewirkung. Unterschiedliche Fassadenausprägungen verleihen den Baukörpern Eigenständigkeit bei gleichzeitiger Ruhe im Stadtbild.
Architektonisches Konzept - Struktur für Wandel
Die Neubauten basieren auf einem modularen Stützen-Flachdecken-System in Beton mit hoher innerer Flexibilität. Variable Grundrisse ermöglichen unterschiedliche Büro- und Nutzungsformen über den gesamten Lebenszyklus.
Tageslicht, Orientierung und sommerlicher Wärmeschutz prägen die einfache, logische Gebäudestruktur.
Funktionale Organisation – Klarheit & Synergie
Die Nutzungen sind horizontal (öffentlich bis intern) und vertikal nach Sicherheitsanforderungen zoniert. Zentrale Bereiche wie Schulungs-, Beratungs- und Einvernahmeräume fördern betriebliche Synergien und klare Abläufe.
Wirtschaftlichkeit und Umwelt - Low-Tech statt Over-Engineering
Das Projekt verfolgt einen ressourcenschonenden Low-Tech-Ansatz mit kompakten Baukörpern, RC-Beton, hohem Vorfertigungsgrad und langlebigen Materialien. PV-Anlagen, Dachbegrünungen, Retentionsflächen und Biodiversitätsflächen sind integrale Bestandteile des Konzepts. Reserve- und Rochadeflächen ermöglichen zukünftige Anpassungen ohne Überdimensionierung.
Das energetische Konzept basiert auf minimaler grauer Energie, erneuerbarer Wärmeversorgung (Anergienetz, Erdsonden), passiver Kühlung über Hybriddecken sowie reduzierter, effizienter Gebäudetechnik. Ziel ist die Einhaltung bzw. Übererfüllung von MINERGIE-P-ECO oder SNBS.
Denkmalpflege - Weiterbauen mit Haltung
Der historische Gerichtsbau wird als Identitätsträger gestärkt. Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, reversibel und ablesbar. Der Turm wird funktional reaktiviert, der Gerichtsgarten geöffnet, die prägende Linde erhalten und ergänzt.
Landschaft - Klimaaktive Freiräume
Gerichtsgarten und neuer Hof bilden differenzierte Aufenthaltsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Entsiegelung, Baumpflanzungen und einheimische Vegetation fördern Kühlung, Biodiversität und städtisches Mikroklima.
| Year: | 2025 |
| Categories: | public building, renovation, office, urban design |
| Status: | competition |







