Zürich
Erweiterung Bahnhof Zürich Stadelhofen - 2. Rang
Unser Konzept bezieht sich auf Wülke's Eingriff zusammen mit der Gestaltung des Platzes von Theodor Froebel und den Versuch, die ursprüngliche räumliche Grosszügigkeit und Transparenz um den Stadelhoferplatz wieder herzustellen. Mit dem Verlegen des Hauptzugangs in das Aufnahmegebäude erhält dieses die ihm zustehende Hierarchie und Funktion. Ein neues, selbständig tragendes Vordach in Baubronze zum Stadelhoferplatz und der Ersatz der anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts ergänzten Seitenflügel durch bronzene offene Loggien geben den seitlichen Zugängen Raum, Luft und Transparenz und markieren in einer unübersehbaren Klarheit die Zugänge zum Bahngeschehen. Der Stadelhoferplatz wird in die Gesamtsituation neu wieder eingebunden.

Die Haupttreppe erschliesst die unterirdische bestehende Bahnhofspassage vom Platz her und die neu gestalteten Seitenflügel schaffen Raum für die Positionierung der Rolltreppen, einen Lift und offene, einsehbare Flächen für den Verkauf. Die neue innere Leere des Zentrums des Aufnahmegebäudes schafft eine neue Transparenz zum Gleisraum. Der Bau beweist sich nun als angemessener Zugang zur Gleis- und Unterwelt und bindet sich stadträumlich in den Stadelhoferplatz und in die Gesamtanlage ein. Das Aufnahmegebäude bleibt weiterhin Zeichen des Bahnhofs und wird durch den schwellenlosen, ebenerdigen Zutritt, der Öffnung der Fenster bis zum Boden und der inneren vertikalen Leere zu einem öffentlichen Raum, einer städtischen Loggia, die sich allseitig öffnen und Durchblicke erlauben.

Der Gesamtquerschnitt zeigt die Grundidee des Entwurfs, alles zu einem kontinuierlichen Ganzen zu knüpfen. Das Aufnahmegebäude erhält durch die Treppe und den freigelegten inneren, in weissem Beton gefütterten Luftraum eine neue Relevanz im städtischen wie auch im betrieblichen Kontext. Hier geschieht der Übergang vom Stadtraum in die unterirdische Welt weiterer Gleiszugänge und des Kommerzes.

Die bestehenden Rolltreppen und Freitreppen werden entfernt um zusätzlichen Raum auf dem ersten Perron zu schaffen. Die Rückfassade zu den Gleisen wird geöffnet, von Treppenstufen befreit und formt einen neuen, gedeckten Wartebereich. Wesentlich erachten wir die räumliche und gestalterische Verbindung zwischen Gebautem und Neuem. Das Neue entfaltet sich neben dem Bestand nicht autonom, sondern wird in die Gesamtanlage mit eingebunden.

Im Kontrast zum dunklen Gleisraum und dem zurückhaltend gestalteten Perron weisen die vier hell beleuchteten Verbindungsgänge zur Ladenpassage in Richtung See und markieren die Ausgangsrichtung um die nötige Übersichtlichkeit zu schaffen. Das durchgehende Lichtband über der Einstiegsebene begrenzt visuell den Gleisraum vom Perron. Dieselbe Architektursprache verwenden wir für die Verkleidungswand entlang dem dritten Gleis. Auch hier wird die Wand geknickt und die porösen, vertikalen Rillen helfen auf raumakustische Belange einzugehen und die baulichen Fugen zu unterspielen und so den Eindruck einer fugenlosen Wand zu generieren. Die beiden neuen geknickten Wände gehören nun zur unverwechselbaren Gestaltung des Bahnhofs Stadelhofen ohne die aussergewöhnlich gelungene Sprache der 80iger Jahre zu belasten.




INGE Team SAMBA

Architektur/Städtebau:
SAM ARCHITEKTEN AG, Zürich

Tragwerksplanung:
F. Preisig AG, Zürich

Tiefbau:
Lombardi AG, Luzern

Gebäudetechnik:
Binatec Ingenieure AG, Altdorf
Lombardi AG, Minusio


Elektroingenieur:
Bähler AG, Küssnacht

Lichtgestaltung:
mati AG, Adliswil

Landschaftsarchitektur:
bbz bern gmbh, Bern

Visualisierungen:
Filippo Bolognese Images, Milano



Client:
Schweizerische Bundesbahnen SBB
Year:
2019
Status:
competition
Categories:
public building